Wenn man über Fantasien spricht, kann das das Vertrauen vertiefen, da es gleichzeitig Neugier und Verletzlichkeit offenbart. Es kann aber auch als riskant empfunden werden. Wählen Sie einen ruhigen Moment, führen Sie das Gespräch getrennt von unmittelbaren Erwartungen und machen Sie deutlich, dass Zuhören nicht gleichbedeutend mit Zustimmung ist.
Bevor Sie ins Detail gehen, sollten Sie das übergreifende Thema erläutern.
Beginnen Sie mit dem Gefühl, das der Fantasie zugrunde liegt: Neugier, Aufmerksamkeit, Kontrolle, Hingabe, Abenteuerlust oder das Bedürfnis, bewundert zu werden. Ihr Partner kann sich möglicherweise mit diesem emotionalen Thema identifizieren, selbst wenn eine wörtliche Umsetzung für ihn nicht geeignet ist.
Verwenden Sie Listen mit den Optionen „Ja“, „Nein“ und „Vielleicht“.
Jede Person kann Ideen privat in drei Gruppen einteilen. Vergleichen Sie die Listen, ohne über die Kategorie „Nein“ zu streiten. Gemeinsame Punkte, die mit „Ja“ gekennzeichnet sind, stellen Möglichkeiten dar; gemeinsame Punkte, die mit „Vielleicht“ gekennzeichnet sind, müssen diskutiert werden; jedes „Nein“ bleibt ein „Nein“. Die Zustimmung muss konkret sein und kann sich jederzeit ändern.
Eine Fantasie ist eine Information über Begierden, aber kein Vertrag, der zu einer Handlung verpflichtet.
Entwerfen Sie den kleinstmöglichen ersten Schritt.
Sie können eine Idee durch Gespräche, Kleidung, ein durchdachtes Szenario oder einfach durch das gemeinsame Anschauen einer Geschichte erkunden. Beginnen Sie mit der weniger intensiven Variante und vereinbaren Sie, wie Sie eine Pause einlegen können. Neugier muss nicht unbedingt zu einem dramatischen Ereignis führen.
Legen Sie klare Grenzen fest.
Besprechen Sie Themen wie Privatsphäre, körperliche Sicherheit, Verhütungsmittel (falls relevant), welche Worte oder Handlungen vermieden werden sollten und wie lange die Erfahrung dauern soll. Wenn eine andere Person beteiligt sein könnte, sind Gesundheitsuntersuchungen, sichere Sexualpraktiken und eine unabhängige Zustimmung erforderlich, was ein direktes Gespräch erfordert.
Plane das Einchecken für später.
Die Nachbereitung kann darin bestehen, Zuneigung zu zeigen, Zeit für Ruhe zu lassen, Wasser anzubieten oder am nächsten Tag ein Gespräch zu führen. Fragen Sie, was sich gut angefühlt hat, was überraschend war und was geändert werden sollte. Vermeiden Sie es, sofort eine Rückmeldung zu verlangen, während die Emotionen noch nicht abgeklungen sind.
Akzeptieren Sie, dass manche Fantasien eben Fantasien bleiben.
Die Vorstellungskraft hat einen Wert an sich. Ein liebevoller Partner kann zuhören, ohne teilnehmen zu wollen, und eine Person kann eine Idee genießen, ohne sie im wirklichen Leben verwirklichen zu wollen. Die Achtung dieser Unterscheidung schützt sowohl den Wunsch als auch das Vertrauen.
Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für das Gespräch.
Vermeiden Sie es, während eines Streits, unmittelbar nach einer Ablehnung oder wenn eine der beteiligten Personen unter Alkoholeinfluss steht, ein heikles Thema anzusprechen. Wählen Sie einen privaten Moment, in dem genügend Zeit für ein Gespräch ist und keine Erwartung besteht, dass an diesem Abend etwas passieren muss. Wenn Sie den Zeitdruck nehmen, fällt es leichter, eine ehrliche Antwort zu geben.
Ein sanfter Gesprächseinstieg kann einfach sein: „Es gibt etwas, das mich interessiert, und ich würde es Ihnen gerne erzählen, ohne davon auszugehen, dass wir es unbedingt tun müssen.“ Dieser Satz trennt die Offenlegung von der Zustimmung. Er gibt dem Gesprächspartner die Möglichkeit, Interesse zu zeigen, sich unsicher zu fühlen oder kein Interesse zu haben.
Erstellen Sie eine Liste mit den Optionen „Ja“, „Vielleicht“ und „Nein“.
Jede Person kann Ideen privat in drei Gruppen einteilen. „Ja“ bedeutet, dass ein Vorschlag unter bestimmten, vereinbarten Bedingungen in Frage kommt. „Vielleicht“ bedeutet, dass weitere Informationen oder eine abgespeckte Version erforderlich sind. „Nein“ bedeutet, dass der Vorschlag nicht zur Diskussion steht. Vergleichen Sie die Listen, ohne jemanden zu bitten, eine Ablehnung zu begründen.
Bei jeder geteilten Zustimmung oder einem „vielleicht“ sollten Sie die wichtigen Bedingungen besprechen: Ort, Privatsphäre, zu vermeidende Formulierungen, gegebenenfalls Verhütung, Nüchternheit, Aufzeichnung, wie man eine Pause einlegen kann und welche Art von Beruhigung danach angenehm ist. Je genauer man ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Personen sich auf dieselbe Bezeichnung einigen, obwohl sie sich dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen vorstellen.
Beginnen Sie mit der kleinsten, aber dennoch sinnvollen Version.
Neugier erfordert nicht, dass man sich gleich der extremsten Ausprägung einer Idee zuwendet. Man könnte damit beginnen, ein Szenario zu besprechen, Kleidung auszuwählen, eine Szene zu gestalten oder sich auf ein kurzes Experiment mit einem klaren Ende zu einigen. Anschließend sollte man fragen, was aufregend war, was neutral war und was nicht wiederholt werden sollte.
Ein Stoppwort oder ein Stoppsignal sollte die Aktivität sofort unterbrechen, und zwar ohne Irritationen oder Überzeugungsversuche. Das Unterbrechen ist kein Scheitern. Es ist ein Beweis dafür, dass die Vereinbarung funktioniert und dass beide Personen weiterhin wichtiger sind als der Plan.
Erkennen Sie, wann externe Unterstützung sinnvoll ist.
Wenn eine Idee mit körperlichen Risiken, Substanzen, Fesselung, zusätzlichen Partnern oder Bedenken hinsichtlich der sexuellen Gesundheit verbunden ist, reichen allgemeine Ratschläge aus dem Internet nicht aus. Holen Sie sich vor einer Entscheidung Informationen von einem qualifizierten Fachmann oder einer anerkannten Sicherheitsorganisation. Eine Fantasie kann warten, während beide Partner lernen. Vertrauen lässt sich nach vermeidbaren Schäden schwerer wiederherstellen.
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